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Daten & Dermatologie

Wo tritt Akne auf – und was verrät die Stelle?

Wo Ihre Pickel auftauchen, ist kein Zufall. 107.840 Hautanalysen zeigen, wo Akne wirklich auftritt – und was jede Zone über die Ursache verrät.

17. Juli 2026
7 Min. Lesezeit

Oft wird Akne auf gut Glück gepflegt: ein Produkt fürs ganze Gesicht, in der Hoffnung, dass es wirkt. Dabei ist schon die Stelle, an der Ihre Pickel auftreten, eine wichtige Information. Sie verrät nichts über den Zustand Ihrer Organe – warum dieser Mythos falsch ist, sehen wir weiter unten –, aber sie gibt Aufschluss über den Mechanismus, der bei Ihnen überwiegt. Und um das herauszufinden, haben wir eine Quelle, die sonst niemand hat: die Daten Zehntausender Hautanalysen.

Wo Akne wirklich auftritt: die Zahlen

Wir haben 107.840 Hautanalysen ausgewertet, in denen Menschen angegeben haben, welche Zonen von ihrer Akne betroffen sind. Das Ergebnis räumt mit einem hartnäckigen Irrtum auf. Hier der Anteil der Analysen, in denen die jeweilige Zone genannt wird (eine Person kann mehrere ankreuzen):

Die Akne-Landkarte

Anteil der Analysen, in denen die jeweilige Zone genannt wird – aus 107.840 Adermio-Hautanalysen

Wangen78 %
Kinn64 %
Stirn55 %
Kieferbereich42 %
Nase36 %
Rund um den Mund31 %
Schläfen20 %

vorherrschende Zonen  ·  die „T-Zone“, auf die sich alle konzentrieren

Der Mythos von der „T-Zone“

Seit Jahren heißt es, Akne sei vor allem eine Sache der T-Zone – Stirn und Nase, also der fettigsten Bereiche des Gesichts. Die Daten zeigen das Gegenteil: Die Stirn landet nur auf Platz drei (55 %), die Nase auf Platz fünf (36 %). Vorn liegen die Wangen (78 %) und die gesamte untere Gesichtshälfte – Kinn, Kieferbereich, Mundbereich.

Mit anderen Worten: Die Zone, die die meisten Menschen zuerst ins Visier nehmen, ist nicht die, in der sich ihre Akne tatsächlich konzentriert. Wer nur die T-Zone pflegt, geht oft am eigentlichen Problem vorbei.

Die untere Gesichtshälfte: die hormonelle Handschrift

Dass Kinn (64 %) und Kieferbereich (42 %) so weit oben stehen, ist kein Zufall. In der Dermatologie hat dieser untere Gesichtsbereich einen Namen: die „U-Zone“, die von der American Academy of Dermatology als typisches Verteilungsmuster hormoneller Akne beschrieben wird.

Der Grund ist biologisch. Die Talgdrüsen entlang von Kiefer und Kinn besitzen 2- bis 5-mal mehr Androgenrezeptoren als die an der Stirn. Sie reagieren daher viel stärker auf hormonelle Schwankungen – derselbe Mechanismus erklärt übrigens, warum der Bart genau dort wächst.

Sitzen Ihre Pickel vor allem an Kinn und Kiefer, liegt der Hebel oft bei den Hormonen – nicht bei einem weiteren Serum für die Stirn.

Das haben wir auch in unseren eigenen Daten überprüft: Von den Menschen mit Akne im unteren Gesichtsbereich bringen 60 % sie mit ihrem Zyklus in Verbindung, gegenüber 48 % bei denen, deren Akne eher auf der Stirn sitzt. Die Lage lässt also Rückschlüsse darauf zu, welche Ursache die Betroffenen selbst vermuten. Mehr dazu in unserem Ratgeber „Hormonelle Akne: erkennen und in den Griff bekommen“.

Wo konzentriert sich IHRE Akne?

Unsere KI kartiert Ihre betroffenen Bereiche Zone für Zone anhand eines einfachen Fotos – und sagt Ihnen, was diese Verteilung über die Ursache verrät.

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Zone für Zone: Was jede Stelle verrät

Wichtig: Diese Zusammenhänge sind Hinweise auf den Mechanismus, keine Gewissheiten. Sie beruhen aber auf echten Vorgängen in der Haut.

Wangen

Die häufigste Zone – und oft am stärksten mit äußerem Kontakt verbunden: Smartphone an der Wange, Kopfkissenbezug, Hände, Helm. Man spricht von „mechanischer“ Akne, die durch Reibung und übertragene Bakterien befeuert wird. Bei vielen Menschen bekommen die Wangen außerdem die „Ausläufer“ einer hormonellen Akne ab.

Kinn & Kiefer

Die hormonelle Handschrift schlechthin (siehe oben). Zyklische Schübe, oft tiefe und empfindliche Pickel. Diese Zone sollten Sie im Blick behalten, wenn Ihre Pickel Ihrem Kalender folgen.

Stirn

Eine fettige Zone, aber auch die, die am stärksten mit Haarpflegeprodukten in Kontakt kommt: Das ist die sogenannte „Pomaden-Akne“ (Öle, Wachse, okklusive Haarpflege), häufig am Haaransatz und unter dem Pony. Auch Stress und Schlafmangel spielen hier eine Rolle.

Nase

Große Poren und viel Talg: Auf der Nase sammeln sich vor allem schwarze Mitesser, seltener tiefe, entzündete Pickel.

Rund um den Mund

Oft durch Reibung bedingt (Maske, Hände) und durch bestimmte Produkte (Zahnpasta, Lippenpflege). Eine anhaltende Reizung rund um den Mund sollten Sie abklären lassen, denn dahinter kann ein anderer Mechanismus als Akne stecken.

Schläfen

Seltener betroffen, oft im Zusammenhang mit Haarpflegeprodukten und Schweiß (Sport, Kappe, Stirnband).

„Face Mapping“: Was nicht stimmt

Sicher kennen Sie diese Schaubilder, die jeder Gesichtszone ein Organ zuordnen: Stirn = Verdauung oder Leber, Wangen = Lunge, Kinn = Gebärmutter … Diese „Gesichtskarte“ hat keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Sie stammt aus alten Traditionen, nicht aus der modernen Dermatologie.

Richtig ist dagegen: Die Lage spiegelt echte Vorgänge in der Haut wider – die Dichte der Hormonrezeptoren (untere Gesichtshälfte), Kontakt und Reibung (Wangen), Haarpflegeprodukte (Stirn, Schläfen), die Talgproduktion (Nase). Genau diese Lesart – physiologisch, nicht esoterisch – hilft weiter.

Eine Auswertung Zone für Zone

Adermio analysiert die genaue Verteilung Ihrer Unreinheiten und stellt eine Pflegeroutine zusammen, die zu Ihrer Karte passt – nicht zu einem Durchschnitt.

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Was das für Sie bedeutet

Wer seine Karte lesen kann, pflegt nicht länger auf gut Glück:

Welche Mechanismen grundsätzlich dahinterstecken, erklärt unser Ratgeber „Warum bekommt man Akne?“. Und bevor Sie Ihre Routine anpassen, sollten Sie Ihren Hauttyp bestimmen.

Fazit

Laut 107.840 Hautanalysen konzentriert sich Akne vor allem auf die Wangen und die untere Gesichtshälfte – nicht auf die T-Zone, die man reflexartig pflegt. Kinn und Kiefer deuten meist auf einen hormonellen Anteil hin; Stirn und Schläfen auf Haarpflegeprodukte und Kontakt; die Nase auf überschüssigen Talg. Und das „Face Mapping“ mit den Organen? Vergessen Sie es: Das ist ein Mythos.

Der erste echte Schritt bleibt derselbe: genau erfassen, was auf Ihrer Haut passiert, statt auf gut Glück Produkte auszuprobieren. Genau das leistet eine Adermio-Hautanalyse.

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